Speaking
VortragBeyond Proof-of-Concept Prison: Who Owns What We Ship?
06 / 10 / 26 · BERLIN
Über den Vortrag
Organisationen behandeln das Proof-of-Concept-Gefängnis oft als technisches Problem. Doch viele Prototypen bleiben Prototypen, weil niemand die Entscheidungen getroffen hat, die ein echtes Produkt verlangt. Eigentumsfragen bleiben vage, Budgets bleiben temporär, und Delivery-Teams erben Risiken, für die sie keine Entscheidungsbefugnis haben. Die Organisation will Innovation, zögert aber, sobald Innovation dauerhafte Verantwortung verlangt.
Aber selbst eine Product-Owner-Rolle zu benennen, klärt die tiefere Eigentumsfrage nicht. Wem gehören die Modelle, die Infrastruktur, die Daten und das Wissen, von denen das Produkt abhängt? Wer gewinnt die Kontrolle, wenn Arbeit in Systeme verlagert wird, die von einer Handvoll Anbietern betrieben werden? Wer streicht die Produktivitätsgewinne ein, und wer trägt die sozialen und ökologischen Kosten? Ein System kann technisch robust, operativ ausgereift und wirtschaftlich erfolgreich sein und trotzdem seine Nutzer*innen abhängiger machen und Macht an anderer Stelle konzentrieren.
Dieser Vortrag verbindet die praktische Herausforderung, das Proof-of-Concept-Gefängnis zu verlassen, mit der Politik, KI in Produktion zu bringen. Denn Shipping ist nie nur der Moment, in dem ein Prototyp zum Produkt wird. Es ist der Moment, in dem technische Entscheidungen zu organisatorischen Abhängigkeiten, Arbeitsbedingungen und Machtverhältnissen werden. Die Frage ist nicht nur, ob wir es ausliefern können, sondern was für ein System, und wessen System, wir damit stärken.
Diese Diskussion gehört auch woanders hin?
Ich spreche über KI dort, wo nach der Produktdemo die interessanteren Fragen anfangen: Arbeit, Eigentum, Produktivität, Extraktion, Widerstand, kollektive Macht und die Frage, wer eigentlich entscheiden darf, wie technologischer Wandel aussieht.
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