Ein AI Rant für Menschen, die KI benutzen, wissen, dass sie nützlich sein kann, und sich trotzdem weigern, einen besseren Prompt mit einer politischen Antwort zu verwechseln.

KI hilft. Genau das macht die Sache kompliziert. Nützlichkeit ist schließlich auch der Weg, auf dem Systeme sich verbreiten, normal werden und irgendwann zur Infrastruktur werden. Diese Keynote schaut hinter das freundliche Interface und fragt, wem diese Infrastruktur gehört, wessen Arbeit und Kultur sie speist, wer die Gewinne abschöpft, wer die Kosten trägt und wer überhaupt noch widersprechen darf, wenn ihre Einführung als alternativlos verkauft wird.

CONF3RENCE FATT Dortmund

Über die Keynote

Dieser AI Rant ist kein Vortrag darüber, ob KI gut oder schlecht ist. Diese Frage ist zu sauber, zu bequem und vor allem ausgesprochen nützlich für diejenigen, die uns die Antwort verkaufen wollen.

KI hilft. Sie schreibt, fasst zusammen, übersetzt, erklärt Code, strukturiert Gedanken und macht überladene Arbeitstage manchmal tatsächlich erträglicher. Genau deshalb ist die Situation kompliziert. Nützlichkeit macht ein System nicht unschuldig. Nützlichkeit ist vielmehr einer der Gründe, warum Systeme sich ausbreiten, normal werden und schließlich Abhängigkeiten erzeugen.

Die Keynote schaut deshalb hinter die freundliche Oberfläche und fragt, welches System dort eigentlich gestärkt wird. Wem gehört die Infrastruktur? Wessen Arbeit steckt in der Maschine? Wessen Daten, Kunst, Sprache, Code, Forenbeiträge, Bilder und Bücher wurden kurzerhand zu „Trainingsdaten" gemacht? Wer wird kontrollierbarer, abhängiger oder leichter ersetzbar? Wer bezahlt die ökologische, soziale und politische Rechnung? Und warum nennen wir all das so bereitwillig Fortschritt?

AI Rant ist eine linke, feministische und klassenbewusste Kritik an KI als Extraktionsmaschine mit freundlichem Interface. Es geht um unsichtbare Arbeit, globale Ausbeutung, angeeignete Daten, die Einhegung gemeinsamer Kultur, Technofeudalismus, Plattformmacht, die beruflichen Kosten des Zweifelns, delegierte Schuld durch „Responsible AI", die permanente Drohung der Ersetzbarkeit und die komfortable moralische Distanz privilegierter Nutzer*innen.

Der Vortrag richtet sich an Menschen, die KI benutzen, ihre Nützlichkeit kennen und trotzdem nicht so tun wollen, als wäre ein besserer Prompt bereits eine politische Antwort. Es geht darum, die interessanteren Fragen wieder politisch zu machen: Wem gehört diese Maschine? Wer profitiert? Wer verliert Macht? Wer darf widersprechen? Und was müsste passieren, damit wir digitale Infrastruktur nicht länger wie das Privateigentum einiger weniger Unternehmen organisieren?

Lasst uns gemeinsam wütend sein.

Diese Diskussion gehört auch woanders hin?

Ich spreche über KI dort, wo nach der Produktdemo die interessanteren Fragen anfangen: Arbeit, Eigentum, Produktivität, Extraktion, Widerstand, kollektive Macht und die Frage, wer eigentlich entscheiden darf, wie technologischer Wandel aussieht.

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