Buch (in Arbeit)
A(I)mbivalence
Über KI wird erstaunlich viel gesprochen und trotzdem oft erstaunlich wenig über die Verhältnisse, unter denen sie entsteht.
A(I)mbivalence beginnt bei diesem Widerspruch. KI kann nützlich sein und gleichzeitig auf Ausbeutung, angeeignetem Wissen, enormem Ressourcenverbrauch und einer immer stärkeren Konzentration von Eigentum und Macht beruhen. Menschen können von einzelnen Werkzeugen profitieren und trotzdem sehr gute Gründe haben, das System dahinter abzulehnen.
Der erste Teil des Buches schaut deshalb hinter die Benutzeroberfläche. Auf Arbeit, Daten, Eigentum, Wertabschöpfung, Umweltkosten, Produktivitätsversprechen und eine Industrie, die ihre eigenen Interessen bemerkenswert erfolgreich als gemeinsame Zukunft verkauft.
Dann wird es persönlicher. Denn selbst wer all das versteht, lebt weiterhin innerhalb dieser Verhältnisse. Soll man KI benutzen oder boykottieren? Verantwortungsvoll konsumieren? Einen besseren Anbieter wählen? Auf persönliche Reinheit hoffen? A(I)mbivalence untersucht, was individuelles Handeln leisten kann und wo aus einer politischen Frage nur noch das schlechte Gewissen des einzelnen Menschen wird.
Dabei bleibt das Buch nicht stehen. Die interessanteste Frage ist am Ende nicht „Was kann ich schon tun?“. Sie lautet, warum so viele Menschen überzeugt sind, ohnehin nichts verändern zu können, warum sie mit ihrer Empörung und ihrem Frust so oft vereinzelt bleiben und wie aus diesem Zustand wieder gemeinsame Handlungsfähigkeit entstehen kann.
A(I)mbivalence handelt deshalb nicht davon, Widersprüche auszuhalten und sich darin einzurichten. Es beginnt mit ihnen. Von dort führt es über die Analyse der Verhältnisse und die Grenzen individueller Verantwortung zu Gemeinschaft, Organisierung, Mitbestimmung, Widerstand und der Frage, was Menschen gemeinsam durchsetzen können, was niemand von ihnen allein durchsetzen kann.
A(I)mbivalence ist derzeit in Arbeit. Das Manuskript entsteht noch, und mit ihm entwickeln sich auch die Themen und Gespräche auf dieser Seite weiter.