Es ist schon bemerkenswert, wie selbstverständlich wir darüber sprechen, dass einige wenige private Unternehmen künftig einen erheblichen Teil der Infrastruktur bereitstellen könnten, mit der Menschen Wissen erschließen, lernen, arbeiten, kommunizieren, Entscheidungen vorbereiten und Institutionen überhaupt noch bedienen können. Meistens behandeln wir das als Produktinnovation und Wachstumsmarkt.

Natürlich kann niemand menschliche Intelligenz privatisieren. Aber man kann die Infrastruktur privatisieren, die für immer mehr kognitive Tätigkeiten relevant wird. Sobald Unternehmen, Schulen, Verwaltungen und ganze Berufsfelder ihre Abläufe um diese Systeme herum bauen, verändert sich die Bedeutung von Freiwilligkeit. Man kann theoretisch auch heute noch ein Unternehmen ohne Internet betreiben. Nur ist die theoretische Möglichkeit irgendwann kein besonders überzeugendes Argument mehr.

Macht entsteht deshalb nicht erst dann, wenn jemand Menschen zur Nutzung zwingt. Es reicht, eine nützliche Infrastruktur so zentral werden zu lassen, dass immer mehr gesellschaftliche Prozesse sie voraussetzen. Irgendwann verkauft man dann nicht mehr einfach ein Produkt, das Menschen gern benutzen. Man besitzt einen Teil der Straße, auf der alle anderen fahren müssen. Und das ist politisch etwas völlig anderes.

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