<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Thinking in public. on Luise Freese / A(I)mbivalence</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/</link><description>Recent content in Thinking in public. on Luise Freese / A(I)mbivalence</description><generator>Hugo</generator><language>de-DE</language><lastBuildDate>Sat, 29 Aug 2026 00:00:00 +0000</lastBuildDate><atom:link href="https://aimbivalence.com/de/bits/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Technologie enthält keine Gesellschaftsordnung</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/technology-does-not-contain-its-politics/</link><pubDate>Sat, 29 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/technology-does-not-contain-its-politics/</guid><description>&lt;p&gt;Immer wieder wird gefragt, ob KI uns in eine Utopie oder eine Dystopie führen wird. Ich glaube, diese Frage gibt der Technologie deutlich zu viel Verantwortung: In KI steckt keine Gesellschaftsordnung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieselbe technologische Fähigkeit könnte Teil einer Gesellschaft sein, in der Menschen deutlich weniger arbeiten, Wissen breiter zugänglich wird, gefährliche und stumpfsinnige Tätigkeiten automatisiert werden, öffentliche Dienstleistungen besser funktionieren und Produktivitätsgewinne tatsächlich zu mehr menschlicher Freiheit führen. Sie könnte genauso gut Teil einer Gesellschaft sein, in der eine winzige Anzahl privater Unternehmen einen immer größeren Teil der produktiven Infrastruktur besitzt, Beschäftigte leichter ersetzbar werden, öffentliche Institutionen von privaten Plattformen abhängig sind und alle anderen Zugang zu Systemen mieten, über die sie selbst kaum Kontrolle haben.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wer hat dir beigebracht, was du willst?</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/who-taught-you-what-to-want/</link><pubDate>Wed, 26 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/who-taught-you-what-to-want/</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt eine wunderschöne Vorstellung von einer Post-Work-Gesellschaft: Maschinen übernehmen einen großen Teil der unangenehmen Arbeit, wir arbeiten deutlich weniger, alle haben genug zum Leben und können endlich tun, was sie wollen. Ich mag diese Vorstellung sehr, ich bin mir nur bei den letzten vier Wörtern nicht ganz so sicher.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wollen wir eigentlich? Und woher kommen diese Wünsche? Unsere Wünsche entstehen schließlich nicht im luftleeren Raum. Wir wachsen innerhalb von Märkten, Klassenverhältnissen, Geschlechterrollen, Werbung, Plattformen, Empfehlungsalgorithmen und ziemlich konkreten Vorstellungen davon auf, wie ein erfolgreiches Leben auszusehen hat. Wir lernen sehr früh, wonach wir streben sollen, lange bevor irgendjemand fragt, ob diese Ziele tatsächlich unsere eigenen sind.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auch deine Freizeit ist eine Ressource</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/capitalism-wants-your-free-time-too/</link><pubDate>Sun, 23 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/capitalism-wants-your-free-time-too/</guid><description>&lt;p&gt;Wenn wir über Automatisierung sprechen, reden wir meistens darüber, wie viel Arbeitszeit sie uns ersparen könnte. Dabei interessiert sich der Kapitalismus längst auch für die Stunden, in denen wir gar nicht arbeiten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Unsere Freizeit ist bereits eine wirtschaftliche Ressource. Unternehmen konkurrieren darum, wie lange wir auf einen Bildschirm schauen, was wir anklicken, was wir kaufen, worüber wir uns aufregen, was uns unsicher genug macht, um etwas zu konsumieren, und welcher Inhalt uns noch zwanzig Minuten länger auf einer Plattform hält.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Post-Work ist nicht Post-Power</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/post-work-is-not-post-power/</link><pubDate>Thu, 20 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/post-work-is-not-post-power/</guid><description>&lt;p&gt;Nehmen wir einmal an, wir gewinnen. KI und Automatisierung reduzieren die Menge an Arbeit, die gesellschaftlich notwendig ist, drastisch, die Produktivitätsgewinne werden tatsächlich verteilt, und wir führen die 20-Stunden-Woche ein, ohne dass Menschen deshalb nur noch die Hälfte ihres Einkommens haben. Großartig. Und dann?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es liegt nahe, sich vorzustellen, dass wir automatisch frei werden, sobald wir unsere Zeit zurückbekommen, und natürlich wären wir freier. Erwerbsarbeit nimmt schließlich nicht nur die Stunden ein, in denen wir tatsächlich arbeiten, sie bestimmt, wann wir aufstehen, wo wir wohnen, wann wir schlafen, wann wir Urlaub machen können, wie wir Care-Arbeit organisieren und wie viel Energie am Ende eines Tages noch für den Rest unseres Lebens übrig ist.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Wir haben Maschinen erfunden, um Arbeit zu sparen</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/we-invented-machines-to-save-labor/</link><pubDate>Sun, 16 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/we-invented-machines-to-save-labor/</guid><description>&lt;p&gt;Eigentlich ist es ziemlich absurd, Angst vor einer Maschine zu haben, weil sie uns Arbeit abnehmen kann. Wenn eine Maschine etwas in zehn Minuten erledigt, wofür ein Mensch vorher zehn Stunden gebraucht hat, müsste das eine fantastische Nachricht sein: Wir haben neun Stunden und fünfzig Minuten menschliche Lebenszeit gewonnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nur erleben wir Automatisierung merkwürdigerweise selten so. Statt sich über die eingesparte Arbeit zu freuen, fragt sich die Person, deren Arbeit gerade eingespart wurde, ob sie morgen noch ein Einkommen hat. Wir haben Maschinen erfunden, um Arbeit zu sparen, und dann eine Wirtschaftsordnung gebaut, in der eingesparte Arbeit diejenigen bedroht, deren Arbeit eingespart wurde.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>KI hat deinen Job nicht genommen</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/ai-did-not-take-your-job/</link><pubDate>Wed, 12 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/ai-did-not-take-your-job/</guid><description>&lt;p&gt;„KI wird dir deinen Job wegnehmen.&amp;quot;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;An diesem Satz ist schon die Grammatik interessant. KI nimmt Jobs weg. Preise steigen. Der Markt verlangt etwas. Die Wirtschaft zwingt uns zu Veränderungen. Im Kapitalismus passieren erstaunlich viele Dinge scheinbar ganz von allein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Preise „steigen&amp;quot; aber normalerweise nicht wie der Meeresspiegel. Jemand entscheidet, mehr Geld zu verlangen. Stellen „verschwinden&amp;quot; nicht einfach. Jemand entscheidet, dass bestimmte Arbeit nicht mehr bezahlt, auf weniger Menschen verteilt, ausgelagert oder automatisiert werden soll. Und eine KI kommt auch nicht morgens ins Büro, schaut sich um und entscheidet, wer heute gefeuert wird. Diese Entscheidung trifft ein Mensch beziehungsweise eine Organisation.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Die Zeit, die KI spart, gehört nicht automatisch dir</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/the-time-ai-saves-is-not-yours/</link><pubDate>Sat, 08 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/the-time-ai-saves-is-not-yours/</guid><description>&lt;p&gt;Eines der großen Versprechen von KI lautet, dass sie uns Zeit spart. Und wahrscheinlich stimmt das sogar. Die interessantere Frage ist nur: Wem gehört die Zeit, die dabei frei wird?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn eine Aufgabe, für die du bisher zehn Stunden gebraucht hast, plötzlich in fünf erledigt ist, hast du nicht automatisch fünf Stunden deines Lebens zurückgewonnen. Du gehst nicht mittags nach Hause, weil deine Produktivität gestiegen ist. Du arbeitest weiterhin deine vereinbarte Zeit. Aus den fünf eingesparten Stunden werden fünf Stunden zusätzliche Kapazität.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Uniformität</title><link>https://aimbivalence.com/de/bits/uniformity/</link><pubDate>Tue, 04 Aug 2026 00:00:00 +0000</pubDate><guid>https://aimbivalence.com/de/bits/uniformity/</guid><description>&lt;p&gt;Je mehr wir KI-Tools benutzen, desto generischer wird das, was wir produzieren. Und je weniger wir gezwungen sind, unsere eigenen Gedanken tatsächlich selbst zu formen, desto ähnlicher werden wir uns dabei. Das Problem ist aber nicht nur, dass irgendwann (heute?) alles gleich aussieht, gleich klingt und sich gleich anfühlt (obwohl das noch einmal ein ganz eigenes Feld ist). Es geht auch um &lt;strong&gt;kognitives Deskilling&lt;/strong&gt;, also darum, dass Fähigkeiten verkümmern, weil wir sie immer seltener selbst ausüben.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>