In der KI-Debatte gilt Effizienz fast automatisch als Fortschritt. Schnellere Entscheidungen, weniger Prozessschritte, weniger Reibung, bessere Ressourcennutzung, mehr Automatisierung. Und natürlich ist vieles davon sinnvoll. Niemand braucht einen Behördenprozess, der drei Wochen dauert, wenn er auch in drei Minuten erledigt werden könnte. Problematisch wird es dort, wo Effizienz vom Qualitätsmerkmal eines Prozesses zum politischen Ideal wird. Denn Demokratie ist erschreckend ineffizient.

Menschen widersprechen. Opposition blockiert. Bürgerinnen organisieren sich gegen Entscheidungen, die eigentlich längst getroffen waren. Journalistinnen stellen lästige Fragen. Gerichte stoppen Vorhaben. Minderheiten bestehen darauf, berücksichtigt zu werden. Beschäftigte organisieren sich. Entscheidungen werden angefochten, überprüft, neu verhandelt und manchmal komplett zurückgenommen. Aus Sicht maximalen Durchsatzes ist das ein ziemlich beschissenes Systemdesign. Autoritäre Systeme können dagegen wunderbar effizient aussehen, weil schlicht weniger Menschen das Recht haben, eine Entscheidung aufzuhalten. Nicht umsonst liebt Macht die Sprache von Ordnung, Tempo und vermeintlicher Notwendigkeit.

Gerade deshalb müssen wir demokratische Reibung verteidigen, während wir überall sonst Systeme bauen, die Reibung beseitigen sollen. Nicht jedes Hindernis ist Verschwendung. Nicht jede Verzögerung ist ein Fehler. Und nicht jeder Mensch, der einen Prozess komplizierter macht, ist ein Problem, das man wegautomatisieren sollte. Manchmal heißt die Reibung Kontrolle. Manchmal heißt sie Rechtsschutz. Und manchmal ist sie einfach jemand, der sich weigert, von einer Entscheidung überrollt zu werden, die für alle Beteiligten wunderbar effizient ist, außer für diejenigen, die unter ihr leiden müssen.

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